Wie ein Styleguide deine Marke unverkennbar macht
Vielleicht kennst du das: Du hast eine tolle Webseite, aber dein neuer Flyer sieht irgendwie „anders“ aus. Dein Instagram Kanal nutzt plötzlich eine Schriftart, die du auf deiner Seite gar nicht hast, und das Blau deines Logos wirkt im Druck fast wie ein Lila. Das Ergebnis? Deine Marke wirkt instabil und unprofessionell. Der Grund dafür ist das Fehlen einer festen Regelinstanz, eines Styleguides.
Ein Styleguide (oder Brand Book) ist das Gesetzbuch deiner visuellen Identität. Er sorgt dafür, dass deine Marke immer gleich aussieht, egal ob sie auf einem Smartphone, in einem KDP Buch oder auf einem Werbebanner erscheint. Ich zeige dir heute, wie du dieses Dokument aufbaust, damit du nie wieder raten musst, welche Farbe oder Schrift die richtige ist.
1. Das Herzstück: Die Logo Regeln
Dein Logo ist das wertvollste Element deines Designs. Aber es braucht Platz zum Atmen. In deinem Styleguide legst du fest, wie viel Freiraum um das Logo herum bleiben muss.
Definiere klare Verbote: Darf das Logo gedreht werden? Darf es auf unruhigen Hintergründen stehen? Meistens legst du zwei Versionen fest: eine für helle und eine für dunkle Hintergründe. Wenn du diese Regeln einmal festschreibst, verhinderst du, dass dein Branding durch falsche Anwendung „verwässert“ wird.
2. Die Farbpalette festzurren
Wir haben schon über die Macht der Farben gesprochen, aber im Styleguide werden sie offiziell dokumentiert. Hier reicht es nicht, „Blau“ zu sagen. Du listest die exakten Werte für alle Kanäle auf:
- HEX Codes: Für deine Webseite und alles Digitale.
- RGB Werte: Für Screen Designs und Apps.
- CMYK Werte: Für alles, was gedruckt wird.
Warum das wichtig ist? Weil Farben auf einem leuchtenden Bildschirm anders entstehen als durch Farbe auf Papier. Mit diesen festen Werten stellst du sicher, dass dein Branding auf dem Flyer mit dem QR Code (generiert über qrmax.de) exakt so aussieht wie in deinem Browser-Tab.
3. Typografie Systematik
Hier hältst du fest, welche Schriften deine Marke sprechen lassen. Ein guter Styleguide definiert nicht nur die Schriftart an sich, sondern auch ihre Anwendung.
Schreib genau auf, welche Schrift für die H1 Überschrift, die H2 Zwischenüberschriften und den Fließtext genutzt wird. Lege auch die Zeilenabstände und die Schriftstärken (zB. Bold für Headlines, Regular für Texte) fest. Wenn du später mal einen Gastautor hast oder einen Designer beauftragst, gibst du ihm einfach dieses Kapitel und das Ergebnis wird sofort nach „deiner Webseite“ aussehen.
4. Bildsprache und Icons dokumentieren
HBeschreibe kurz den „Vibe“ deiner Bilder. Nutzt du helle, freundliche Stockfotos oder eher kontrastreiche, technische Grafiken?
Halte auch fest, welchen Icon Stil du verwendest. Sind es Outlines (Linien) oder ausgefüllte Flächen? Durch diese schriftliche Fixierung verhinderst du, dass du in einem halben Jahr aus Versehen einen neuen Stil mischst, der nicht zum Rest passt. Dein Brand Book dient dir als visueller Kompass, wenn du neuen Content erstellst.
5. Das „Look und Feel“ der UI Elemente
Für deine Webseite ist es wichtig, dass auch die interaktiven Elemente wie Buttons, Formulare und Infoboxen definiert sind.
Wie sehen deine Buttons aus? Haben sie abgerundete Ecken oder sind sie kantig? Haben sie einen Schatten oder sind sie „flat“? Diese kleinen Details entscheiden darüber, ob eine Seite modern und durchdacht wirkt oder wie ein Baukasten System. Konsistenz in der Benutzeroberfläche sorgt für eine intuitive Bedienung und ein hohes Vertrauen beim Nutzer.
Fazit: Konsistenz schafft Vertrauen
Ein Styleguide ist kein Dokument, das du einmal erstellst und dann im Keller vergräbst. Es ist ein lebendiges Werkzeug, das mit deinem Business wächst. Je klarer du deine visuellen Regeln definierst, desto weniger Zeit verschwendest du später mit Design Entscheidungen. Ein konsistenter Auftritt signalisiert deinen Lesern: Hier ist jemand, der sein Handwerk versteht und Wert auf Qualität legt, bis ins kleinste Detail.
