E-Mail Spoofing verhindern und Zustellbarkeit sichern
Haben Sie sich jemals gefragt, wie Mailserver entscheiden, ob eine E-Mail wirklich von dem Absender stammt, der im Feld „Von“ steht? In einer Welt voller Spam und Phishing ist das Vertrauen in die Identität des Absenders entscheidend.
Das Sender Policy Framework (SPF) ist die erste Verteidigungslinie Ihrer Domain. Es legt fest, wer in Ihrem Namen sprechen darf und wer nicht.
1. Was ist SPF?
SPF ist ein DNS-basiertes E-Mail Validierungssystem. Es ermöglicht dem Inhaber einer Domain, in einem einfachen Texteintrag (TXT-Record) genau festzulegen, welche IP-Adressen oder Mailserver berechtigt sind, E-Mails für diese Domain zu versenden.
Empfängt ein Mailserver eine Nachricht von Ihrer Domain, prüft er diesen SPF-Eintrag. Stimmt der sendende Server nicht mit der Liste überein, wird die E-Mail als verdächtig markiert oder direkt abgelehnt.
2. Warum ist SPF für Ihre Domain unverzichtbar?
Ohne einen SPF-Eintrag ist Ihre Domain ein leichtes Ziel für Spoofing. Betrüger können so tun, als käme eine E-Mail von Ihrer Adresse, um Schadsoftware zu verbreiten oder Passwörter zu stehlen.
- Schutz Ihrer Reputation: Verhindern Sie, dass Ihre Domain auf schwarzen Listen (Blacklists) landet, weil sie für Spam missbraucht wurde.
- Verbesserte Posteingangs-Quote: Große Provider wie Google, Microsoft und Yahoo stufen E-Mails ohne SPF-Prüfung häufiger als Spam ein oder lehnen sie komplett ab.
- Vertrauen: Sie signalisieren den Empfängern, dass Ihnen Sicherheit wichtig ist.
3. Aufbau eines SPF-Eintrags
Ein SPF-Eintrag ist eine Zeile Text, die verschiedene „Mechanismen“ nutzt. Hier ein klassisches Beispiel:
v=spf1 ip4:1.2.3.4 include:_spf.google.com -all
Die Komponenten erklärt:
v=spf1: Identifiziert den Eintrag als SPF (Version 1).ip4:1.2.3.4: Erlaubt dem Server mit dieser spezifischen IP-Adresse das Senden.include:_spf.google.com: Erlaubt einem Drittanbieter (hier Google Workspace), in Ihrem Namen zu senden.-all(Fail): Weist den Empfänger an, alle E-Mails abzulehnen, die nicht von den oben genannten Quellen kommen.~all(Softfail): Markiert solche Mails als verdächtig (Spam-Ordner), lässt sie aber durch.
4. Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung
Schritt 1: Mail Quellen identifizieren
Listen Sie alle Dienste auf, die E-Mails für Ihre Domain versenden:
- Ihr eigener Webserver (zB. für Kontaktformulare)
- Ihr E-Mail Provider (Exchange, Gmail, lokaler Hoster)
- Newsletter Tools (Mailchimp, SendGrid etc.)
Schritt 2: Den TXT-Eintrag erstellen
Kombinieren Sie diese Quellen zu einem einzigen SPF String. Nutzen Sie dafür einen SPF Generator oder erstellen Sie ihn manuell nach dem Schema in Punkt 3.
Schritt 3: Im DNS veröffentlichen
- Melden Sie sich bei Ihrem Domain-Registrar an.
- Öffnen Sie die DNS Einstellungen Ihrer Domain.
- Fügen Sie einen neuen TXT-Eintrag hinzu.
- Host/Hostname:
@oder leer lassen (je nach Anbieter). - Wert: Ihr generierter SPF-String.
- Speichern.
Schritt 4: Validierung
Nutzen Sie Online Tools zur SPF-Prüfung, um sicherzustellen, dass der Eintrag keine Syntaxfehler enthält und korrekt von den Nameservern aufgelöst wird.
5. Wichtige Einschränkungen (Das „10-Lookup-Limit“)
Ein häufiger Fehler bei SPF ist das Überschreiten des 10 DNS Lookup Limits. SPF-Einträge dürfen nicht mehr als 10 Abfragen zu anderen Domains (durch den include-Mechanismus) auslösen. Wenn Sie zu viele externe Dienste einbinden, wird der SPF-Eintrag ungültig. In diesem Fall hilft „SPF Flattening“ oder eine Konsolidierung der Dienste.
6. Fazit
SPF ist ein simpler, aber extrem wirkungsvoller Mechanismus. Es ist das Fundament Ihrer E-Mail-Authentifizierung, auf dem SPF und DKIM später aufbauen. Für Dreamcodes Nutzer ist die korrekte SPF-Konfiguration der erste Schritt zu einer professionellen und sicheren Online-Präsenz.
