Das Rückwärtssuche System des Internets
Während die meisten DNS Einträge dafür zuständig sind, einen Namen in eine IP-Adresse zu übersetzen, macht der PTR Record (Pointer Record) genau das Gegenteil. Er ist das Herzstück des sogenannten „Reverse DNS“ (rDNS).
In diesem Dreamcodes Ratgeber erfährst du, warum dieser Eintrag besonders für den Betrieb von eigenen Mailservern über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
1. Was ist ein PTR Record?
Ein PTR Record verknüpft eine IP Adresse mit einem Domainnamen. Man kann ihn als das Spiegelbild zum A-Record betrachten:
- A Record: „Welche IP gehört zu
dreamcodes.net?“ ->123.45.67.89 - PTR Record: „Welcher Name gehört zu
123.45.67.89?“ ->mail.dreamcodes.net
Dieser Vorgang wird als Reverse DNS Lookup bezeichnet. Wenn ein Server eine Anfrage von einer IP erhält, kann er per PTR Record prüfen, ob diese IP wirklich zu der angegebenen Domain gehört.
2. Warum ist der PTR Record so wichtig?
Der Hauptgrund für die Existenz von PTR Records ist die eMail Sicherheit.
- Spam Schutz: Die meisten empfangenden Mailserver (wie Gmail, Outlook oder Yahoo) führen eine Rückwärtssuche durch. Wenn eine eMail von einer IP kommt, die keinen gültigen oder einen generischen PTR Record (zB. vom Internetprovider) hat, wird die Mail oft sofort als Spam markiert oder komplett abgelehnt.
- Identitätsprüfung: Ein korrekt gesetzter PTR Record beweist, dass der Server Betreiber die Kontrolle über die IP Adresse hat. Es ist ein Vertrauensbeweis im SMTP Protokoll.
- Logging & Analyse: In Server-Logs werden dank PTR-Records oft direkt die Hostnamen statt kryptischer IP Adressen angezeigt, was die Fehlersuche erleichtert.
3. Besonderheit bei der Einrichtung
Im Gegensatz zu A , MX- oder TXT-Records kannst du den PTR Record normalerweise nicht in deinem normalen Domain DNS Panel (bei deinem Registrar) setzen.
Da der PTR-Record an die IP-Adresse gebunden ist, liegt die Verwaltungshoheit beim Inhaber des IP Netzes, also in der Regel bei deinem Server Hoster oder Cloud Anbieter.
4. Schritt für Schritt Anleitung zur Einrichtung
Schritt 1: Den gewünschten Hostnamen festlegen
Bevor du den PTR-Record setzt, muss dieser Name (zB. mail.deinedomain.de) bereits als A-Record auf die entsprechende IP-Adresse zeigen. Forward und Reverse DNS müssen zueinander passen.
Schritt 2: Hosting Panel aufrufen
Logge dich in das Verwaltungsportal deines Servers ein (zB. bei deinem VPS oder Dedicated Server Anbieter). Suche nach Begriffen wie „Netzwerk“, „IP-Adressen“ oder direkt „Reverse DNS / rDNS“.
Schritt 3: PTR Eintrag setzen
Gib dort für deine IP-Adresse den vollqualifizierten Hostnamen (FQDN) deines Servers ein.
- Beispiel IP:
1.2.3.4 - PTR Wert:
mail.deinedomain.de
Schritt 4: Überprüfung
Du kannst den Eintrag über das Terminal (Windows: nslookup, Linux/Mac: dig) prüfen: dig -x 1.2.3.4 (Linux) oder nslookup 1.2.3.4 (Windows) Das Ergebnis sollte deinen Hostnamen anzeigen.
5. Was du beachten solltest
- Generische Namen vermeiden: Einträge wie
vps-123-45.hoster.dewerden von vielen Spam Filtern als negativ eingestuft. Nutze immer deine eigene Domain. - IPv6 beachten: Wenn dein Server auch über IPv6 kommuniziert, musst du auch für die IPv6-Adresse einen entsprechenden PTR Record setzen.
- Ein Record pro IP: Pro IP-Adresse sollte in der Regel nur ein PTR Record existieren, um Eindeutigkeit für Mailserver zu gewährleisten.
6. Fazit
Der PTR Record ist oft das letzte Puzzleteil bei der Server Konfiguration. Besonders wenn du eigene eMails versendest, ist er absolut unverzichtbar für eine gute Zustellrate. Für Dreamcodes Nutzer, die eigene Infrastrukturen verwalten, gehört die Prüfung des rDNS zum Standard Check bei jedem neuen Projekt.
